Swinemünde |


Impression aus der Innenstadt
Rund 75000 Menschen leben heute auf der geteilten Insel Usedom: 30000 Deutsche und 45000 Polen. Während wir Germanen uns auf 80 Prozent des Inselgebietes ausbreiten, drängen und quetschen unsere lieben Nachbarn sich in Swinemünde: Der östliche Zipfel und die größte Stadt Usedoms gehören seit 1945 zum polnischen Staatsgebiet. Die Stadt selber ist noch nicht sehr alt und eine indirekte Gründung der Schweden: Da im 18. Jahrhundert der Peenestrom der einzige schiffbare Fluss war, der vom Oderhaff bzw. Stettiner Haff in die offene Ostsee führte, die Schweden aber in Wolgast am Peene-Ufer saßen und gerade bei den preußischen Schiffen kräftig Zoll kassierten, die Preußen andererseits aber sehr sparsam waren und den Schweden das Geld nicht gönnten, vertieften sie zwischen Usedom und Wollin einfach die Swine und legten gleich noch eine richtige Hafenstadt an: Das war dann ganz salopp gesagt die Geburtsstunde von Swinemünde.


der Strand von Swinemünde an der Ostsee
und die Mühlenbake auf der Westmole


Blick in die Innenstadt; Turmtorso
der nicht wiederaufgebauten Lutherkirche
Sinnlos ist die Stadt in den letzten Kriegstagen 1945 durch einen amerikanischen Luftangriff zu großen Teilen zerstört worden. Über 20000 Menschen in der mit Flüchtlingen überfüllten Stadt starben damals während dieses grausamen Infernos. Die Auswirkungen dieses Angriffs kann man heute noch in der Innenstadt Swinemündes erahnen, weil man dort nicht besonders viel historische Bausubstanz erblickt. Ganz anders dagegen das Erscheinungsbild des unmittelbar nördlich der Innenstadt gelegenen Seebads Swinemünde: Dort stehen auch heute noch viele alte Villen und Pensionen aus dem 19. Jahrhundert, als Swinemünde eines der führenden Seebäder Usedoms war. Aus dieser Zeit stammt ebenfalls der Kurpark, ein großzügig angelegter Landschaftspark.


Leuchtturm und Gebäude aus dem 19. Jahrhundert
Es gibt zwei Möglichkeiten, das sehenswerte Swinemünde von Ahlbeck aus zu besuchen: auf dem Landwege oder per Schiff. Wer dazu neigt, seekrank zu werden, der muss vom Zentrum Ahlbecks etwa 2 Kilometer zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto bis zum Grenzübergang zurücklegen, hinter dem unmittelbar die Außenbezirke Swinemündes beginnen und der Anfangspunkt eines kilometerlangen Straßenmarktes zu finden ist. Wer die Bahn bevorzugt, kann am Ahlbecker Bahnhof einsteigen und mit der UBB (Usedomer Bäderbahn) 1,5 Kilometer über die Grenze hinaus bis fast ins Zentrum der Stadt hinein fahren.
die Swine und ihre Hafenanlagen
Am schönsten jedoch ist eine Anreise per Schiff von den Seebrücken in Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Koserow oder Zinnowitz aus. Dabei erhält man eine Fahrt durch die Swine bis zum Hafen und den Anblick der imposanten weitläufigen Hafenanlagen noch gratis dazu. Nachdem man angelegt hat, schlägt man am besten gleich eine nördliche Richtung ein und schlendert durch den Kurpark hindurch zum Seebad und lässt die Innenstadt links liegen. Vom Seebad ist es auch nicht weit bis zum schon erwähnten Straßenmarkt, den die Deutschen landauf und landab in tiefsinniger Weise den Polenmarkt nennen. Das Angebot dort reicht von Klamotten und Gartenzwergen bis hin zu Zigaretten und Spirituosen, von Qualität bis hin zu Ramsch. Eigentlich kann man dort fast alles gegen Bezahlung in Euro erstehen. Und ehe man sich versieht, ist man schon wieder am Grenzübergang. Wer dann noch Lust hat, kann ja die 3 km zum Schiff zurücklaufen...

der Straßenmarkt in Swinemünde

jedem Tierchen sein Pläsierchen

Man spricht deutsch.
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