| Ahlbeck - Geschichte/Ortsbild (1/3) |
Ahlbeck, einer der schönsten, elegantesten und bekanntesten Ferienorte auf der Insel Usedom, befindet sich im geographischen Sinne gleich mehrmals in einer extremen Randlage. Es ist das östlichste Seebad ...
Kurz gesagt: Das rund 4000 Einwohner zählende Ahlbeck ist ein Grenzort. |
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Mühelos kann man daher zu Fuß das polnische Swinemünde erreichen. Direkt hinter der Grenze beginnt ein großer, kilometerlanger Markt, der sogenannte Polenmarkt, der auf die Kaufbedürfnisse der unzähligen deutschen Besucher eingerichtet ist und alle lebensnotwendigen und nicht lebensnotwendigen Waren anbietet. Wenn man sich die lange Schlange wartender Leute an der Grenze anschaut, könnte man vermuten, dass nach dem Baden in der Ostsee ein Besuch in Polen die zweite Hauptattraktion Ahlbecks ist.

Die Geschichte Ahlbecks beginnt im Jahre 1700: Damals wurde an einem aalreichen Bach, der heute das Seebad unterirdisch durchläuft, eine Getreidemühle errichtet. Nach diesem kleinen Gewässer ist Ahlbeck (hochdeutsch = Aalbach) übrigens benannt. Der erste Siedler war also ein Müller, zu dem sich bald ein Teerbrenner und ein Aalfischer, später noch weitere Siedler gesellten. 1765 schließlich zählte man schon sage und schreibe 18 Einwohner. Ein paar Jahre später, und zwar im Jahre 1772, wurde die Mühle stillgelegt, da ihr Betrieb für einen Rückstau des Aalbaches sorgte und somit zu Überschwemmungen im Hinterland der Insel führte.

Im Zusammenhang mit der Mühlenschließung ist auch die Ansiedlung von 4 Kolonisten zu sehen, die der Geheime Finanzrat Brenkenhoff im Auftrage des Preußenkönigs Friedrich II des Großen nach Ahlbeck schickte. Ihre Aufgabe war es, den Wasserabfluss des Aalbaches zu regulieren. Das Jahr 1772 kann also als die zweite wichtige Zivilisationsstufe des zukünftigen Seebads betrachtet werden.